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Kontakt:

info@tortue.de 

+49 40 33 44 14 00 

Anfahrt:

Stadthausbrücke 10, 20355 Hamburg  

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www.tortue.de

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Moin Moin tout le monde 


Eine Bettgeschichte. 

Für Gäste, die partout nicht in den Schlaf finden, bevor sie nicht genau wissen, wo sie hier sind.

Tortue mit Ü.

Tortue, gesprochen tortüh mit langem ü wie in bienvenue. Das ist français und es heißt Schildkröte. Solche Kaprizen erlaubt sich ein Hamburger Hotel, das kleinsten Details größte Beachtung schenkt, natürlich nicht grundlos. Passen Sie gut auf, s.v.p., wir holen jetzt weit, sehr weit aus, denn die Gründe für diesen Namen sind verschlungen wie eine Flânerie durch die Stadthöfe. Nach der Lektüre haben Sie alle Zeit der Welt, die Spuren der Vergangenheit zu entdecken oder die schöne neue Gegenwart zu genießen. So viel Zeit wie der elegante Monsieur, der Ihnen im Foyer langsam entgegengekommen ist, eine Schildkröte an der Leine. 

Wie schön, dass Sie hier sind.

Hier sind Sie in der Mitte der Mitte des Zentrums von Hamburg. In den Stadthöfen. Im Hotel Hotel Tortue, da, wo das Herz der Stadthöfe schlägt. Ihr Zimmer befindet sich im „Hofhaus“. Das ist eines von acht hingebungsvoll restaurierten Gebäuden, die zusammen mit vier Innenhöfen, zahllosen Passagen, Treppen, Torbögen und Brücken dieses einzigartig schöne Bummel-Ensemble ergeben. Das zweiflügelig „Hofhaus“ und die angrenzenden Gebäude wurden 1899 für die Stadtverwaltung gebaut. Zuletzt logierte hier die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. 

Woher kommt dies’ französische Flair? 

Es französelt im Tortue und in den Stadthöfen an jeder Ecke. Wieso heißt die Bar Noir und das Restaurant Brasserie? Woher kommt das, dieses französische Flair im Quartier zwischen Alster und Elbe? Zwischen Hafencity, Fleetinsel und Jungfernstieg, zwischen Galerien und Couturiers, zwischen dem mondänen Neuen Wall und den großartigen Großen Bleichen? Nicht von ungefähr! Es kommt direktemang aus der ziemlich langen Stadtgeschichte Hamburgs, die wir Ihnen hier – Schildkröte hin oder her – im Schweinsgalopp und aus Zeitund Aufmerksamkeitsgründen keinesfalls vollständig erzählen werden. Sie war für Dekaden unter all den Akten und dem Behördenstaub vergraben... 

Wie die Zeit vergeht! 

Im Jahr 2006 schließt im Zoo von Kalkutta die langlebigste Schildkröte der Welt im Alter von 256 Jahren für immer die Augen. 1762 hatte sie die Schale ihres Schildkröteneis in der unbeirrbaren Absicht durchbrochen, sich niemals zu beeilen. Sieben Jahre nach ihr, anno 1769, erblickt 7493 Kilometer weiter westlich ein gewisser Napoleón Bonaparte auf Korsika das Licht der Welt, und er kann es kaum erwarten, dieselbe zu erobern, und zwar zaque-zaque! Als er 1806 Hamburg erreicht, um es zu belagern, ist er gerade mal 37 und hat schon halb Europa unterworfen. Napolèon geht im Görtz Palais, heute Neuer Wall 86, majestätisch ein und aus. Er macht es zum Hôtel de Ville – zum Rathaus. Das ursprünglich barocke Gebäude ist auch damals schon ein Altbau, denn mit Baujahr 1711 ist es ist älter als jenes eingangs erwähnte Kriechtier aus Kalkutta. 

Genug geschnackt. Jetzt wird parliert! 

Von 1811 bis 1814 ist Hamburg offiziell das 128. Dèpartement von Frankreich. Deshalb gibt es in der Stadt so viele Chausseen und überall Franzbrötchen. Die Franzosen lassen nach französischer Manier Straßen bauen bzw. Chausseen, Brücken und Boulevards und sie hinterlassen da und dort in der Sprache ihre Spuren und ein wenig Savoir Vivre lassen sie uns auch da. Sie führen die Trennung von Verwaltung und Justiz, von Staat und Kirche ein, den Code Civil. Doch besonders zivilisiert behandelt werden den Hamburger von Napoleon nicht, es ist barbarisch! Deshalb ist Hamburg sowas von froh, als Napoleon sich nach der Befreiung Hamburgs durch die Russen wieder nach Frankreich retourniert. Man demontiert verachtungsvoll die französischen Brücken, Boulevards und Reformen, muss aber später einsehen, dass ein paar gute Ideen darunter waren ... so wurde zum Beispiel Napoleons Code Civil dann doch die Vorlage für unser heutiges Bürgerliches Gesetzbuch. 

Nur keine Eile! 

In London bereitet sich der Zeitgeist ganz allmählich auf die Ankunft des Dandys vor – des Menschentypus „professioneller Müßiggänger“. Er wird mit seinem französischen Cousin, dem Flâneur und seinem deutschen seelenverwandten Kollegen, dem Spaziergänger, das ziellose, aber hellwache Herumbummeln in Innenstädten zu seinem Lebensinhalt erklären. Damit er beim Genießen der vollkommenen Gegenwart seines Hier und Da und Dortseins kein unnützes Tempo aufnimmt, führt der extrem gut gekleidete Dandy vorsichtshalber eine Schildkröte an der Leine. Und hier schließt sich der Kreis: Sie stehen nach der Tour de force durch die Geschichte wieder im Foyer des Tortue, schauen auf das Gemälde über dem Kamin und verstehen, pourquois das Hotel „Schildkröte“ heißt. Und Sie planen bereits, sich in diesem Haus und in den Stadthöfen mindestens ebenso hoffnungslos zu verlaufen wie in ihrer Geschichte. Doch die hat ein finsteres Kapitel. Es beginnt 1933. 

Hamburg wird nationalsozialistisch. 

Die an das Tortue grenzenden Gebäude Stadthaus, Palaishaus, der prachtvolle Bau mit der Kuppel an der Ecke Neuer Wall/Stadthausbrücke und das Görtz-Palais, haben Dinge gesehen, über die zu sprechen nicht leicht ist. Erst recht nicht an einem Ort, an dem das Leben ein Fest sein soll. In diesen Gebäuden befand sich nach 1933 die Gestapo, die Geheime Staatspolizei der Nazis. Im Keller des Palaishauses wurden Menschen verhört und gefoltert. Damit diese Vergangenheit nicht vergessen wird, ist sie in den Stadthöfen ein wichtiger Teil der Gegenwart. An dem Ort, an dem diese Verbrechen begangen wurden, finden Sie heute den „Geschichtsort“, einen Ort der Erinnerung. Es gibt hier eine Buchhandlung und einen Lesesaal mit Café. Hier finden Ausstellungen, Vorträge und Lesungen statt, um den Opfern Respekt zu zollen und ein kontinuierliches Signal gegen Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus zu senden. Bitte hingehen. 

Nichts hält länger als ein Provisorium. 

Nach dem Krieg werden die stark zerstörten Häuser der heutigen Stadthöfe auf liebloseste Weise und schnellschnell mehr repariert als renoviert. Zweckmäßigkeit geht überall über Ästhetik. Weggebombte Dächer werden durch Staffelgeschosse ersetzt. Hinter der historischen Fassade stapeln sich heizkostenoptimierend 50er Jahre Zimmerchen mit niedrigen Decken für die Stadtverwaltung. Das elegante Stadthaus, einst vom berühmten Fritz Schumacher erbaut, ist nach dem Krieg ein weiteres Musterbeispiel für herzlosen Pragmatismus. Dabei kommt nie etwas Schönes heraus… Und in diese Nachkriegs-Lieblosigkeit zieht später ausgerechnet die Baubehörde ein. In den dunklen Höfen stehen Mofas und Mülltonnen. Es schaut ohnehin niemand hinein. Die Kuppel des Palaishauses wird nicht ersetzt. Sie bleibt eine schmerzhafte Wunde im Stadtbild, eine Kriegsamputation. 

Ein perfekter Ort: Das Hier und Jetzt

Ist das, was Sie heute hier sehen und fühlen, nicht ein Traum? Und zwar ein tollkühner, frivoler Traum, den ein paar hoffnungslos in Hamburg und hoffnungslos in Schönheit und hoffnungslos ins Leben verliebte Menschen seit mehr als 10 Jahren gemeinsam geträumt und mit zahllosen weiteren Menschen und mit übermenschlicher Geduld und grenzenloser Liebe zum Detail umgesetzt haben. Auch im Tortue wurden historische Elemente gesucht und gefunden, freigelegt und akribisch restauriert. David Chipperfield Architects haben die ursprüngliche Geschossigkeit mit hohen Decken und die historische Dachlandschaft wiederhergestellt. Terrazzoflächen und gusseiserne Stützen wurden restauriert und die Interieurs würden dem legendären Pariser Dandy Beau Brummel bei seinem Bummel durch das Hofhaus partout gefallen. 

La Tortue freut sich auf Sie. 

Auf den 100.000 Quadratmetern der Stadthöfe hat jeder Quadratzentimeter etwas zu erzählen. Um das Quartier in allen Facetten zu entdecken, begeben Sie sich am besten in die historische Durchfahrt des Hofhauses, unter das Kreuzgewölbe. Dort wartet eine große alte Schildkröte auf Sie, um dich zu begleiten und Ihnen aus drei Jahrhunderten zu berichten. Allerdings geht sie so langsam, dass du glauben könntest, sie sei aus Bronze… Wir wünschen Ihnen hier grand plaisir!