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Königliches Porzellan wird 230

Seit über 250 Jahren steht die KPM Berlin für Design „Handmade in Berlin“. Die pulsierende Metropole war schon immer das Zuhause der Manufaktur. Im Herzen der Hauptstadt arbeiten mehr als 200 Manufakturisten an zeitlosen Entwürfen mit höchstem Qualitätsanspruch. Nur wer sein Handwerk perfekt beherrscht, schafft vollkommene Meisterwerke von bleibendem Wert. 

www.kpm-berlin.com

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Friedrich Wilhelm II, Thomas Mann, Joseph Beuys – sie alle aßen von KURLAND. Die Kollektion steht für die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin wie keine andere. Sie vereint Sachlichkeit, Strenge und Symmetrie in einer edlen Form, repräsentiert Eleganz und Kultiviertheit. Ihre Beliebtheit ist bis heute ungebrochen. Im Jahr 2020 feiert das Service sein 230-jähriges Jubiläum. Zeit für einen Blick in seine Geschichte. 


1790 beauftragte Peter von Biron, Herzog von Kurland, die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin mit der Fertigung eines umfangreichen Tafel-Services für seinen Berliner Wohnsitz, das Schloss Friedrichsfelde. Der KPM-Modellmeister Karl Friedrich Riese, der mit dem Entwurf betraut wurde, erdachte ein Service, dessen symmetrische, fast strenge Form durch eine dezente Bordüre spielerisch zurückgenommen wurde. Das Design ist eine Hommage an die Welt des Altertums: Konische, geradlinige Formen und kantige Henkel “à la grecque” in Kombination mit zarten Reliefbordüren lösen die üppige Verspieltheit des Rokoko ab und stehen für den Beginn einer neuen Zeit – mit KURLAND hielt der Klassizismus Einzug an Tisch und Tafel. Ursprünglich unter dem Namen „Antique Kanthe“ geläufig, wurde das Service zu Ehren des begeisterten Auftraggebers später in KURLAND umbenannt. 

Über die Jahre hinweg zierten verschiedene Handmalereidekore Teller, Tassen und Schalen der Form. Der ursprüngliche, bis heute erhältliche Klassiker ist der Dekor 73 „Herzog von Kurland“ mit Feldblumen, Gräsern und Schmetterlingen. Das i-Tüpfelchen ist seine luxuriöse, matte 24 Karat Goldauflage, die in filigraner Detailarbeit von Hand glänzend graviert wird. 

Das Service sorgte jedoch nicht nur an der Tafel des Herzogs, sondern an königlichen Tafeln weltweit für Faszination. So hält beispielsweise das Schloss Charlottenburg in Berlin für Staatsempfänge KURLAND mit Goldstaffage und grünem Fond bereit und auch im Schloss Rundale in Lettland, welches im Besitz der Nachfahren Peter von Birons ist, wird bis heute mit Freuden vom Service-Klassiker gegessen. Die Freuden wurden schon immer auch weiter gegeben: Friedrich Wilhelm II beispielsweise, Neffe und Nachfolger Friedrichs des Großen, zählte zu den begeisterten Anhängern der Kollektion und verschenkte sie begeistert, so auch an seinen Neffen Prinz Heinrich, an seinen Sohn Friedrich Wilhelm III und dessen Gattin Luise von Preußen. Bis heute gelten Teile des KURLAND-Services als beliebte Gastgeschenke für Staatsgäste und wichtige Persönlichkeiten.

 Nach und nach hielt KURLAND schließlich in stilvollen Privathaushalten Einzug. Auch KPM-Inhaber Jörg Woltmann begleitet KURLAND schon sein ganzes Leben: Während er in seiner Kindheit immer nur an Sonntagen von dem stilvollen Service aß, wurde es im jungen Mannesalter zum täglichen Begleiter, denn er kaufte es sich zusammen mit einer guten Uhr und einem Auto von seinem ersten Gehalt und nutzt es noch heute. Verschiedenste Kombinationen der rund 70 Service-Teile, die allein die weiß-glasierte, unbemalte KURLAND-Kollektion umfasst, zählen zu den Porzellan-Lieblingen der Deutschen. 

Ob klassisch mit Mostrichgefäß, kannelierter Dose und Vorgerichtspfännchen oder modern mit der Currywurstschale und dem Frühstücks-Set aus Latte Macchiato Becher und Müslischale: KURLAND pasststilsicher zu den Ansprüchen und frequentierten Speisen jeder Zeit. Während die sorgsam ergänzten Neuinterpretationen galant die Brücke zwischen urbanem Alltag und gehobener Tischkultur schlagen, transferierte der Launch des To-go Bechers mit der bekannten klassizistischen KURLAND Kante endgültig in die Zukunft. Durch die Kombination von stilvollem Nachhaltigkeits-Statement und klassischer Ästhetik wird der Porzellan-Becher zum täglichen Begleiter. Zunächst in Weiß und Schwarz lanciert, qualifizierte der jetzt auch in den KPM-Farben Blau und Grau erhältliche Becher das KURLAND-Design zum zeitlosen Musthave für jeden Großstädter. 

Fest steht: KURLAND ist in der Moderne angekommen. Dass es auf seiner nunmehr 230 Jahre andauernden Reise durch die Stilepochen an Modernität gewann und zeitgleich nichts an seiner ursprünglichen Eleganz einbüßte, ist dem gewissenhaften Auge des KPM-Chefdesigners Thomas Wenzel zu verdanken: „Die KURLAND-Ästhetik von damals ist bis ins Detail zeitlos und schön. Dass die klassizistische Bordüre auf den klassischen Speisetellern genauso gut aussieht wie auf unseren Neuprodukten wie dem To-go Becher, ist für mich der Beweis: Der Klassiker ist Kult“. Umso spannender bleibt die Frage, mit welchen neuen Überraschungen und Interpretationen das Design-Team rund um Thomas Wenzel Sammler und neue Fans im Jubiläumsjahr überraschen wird.